Neue Teammitglieder remote einarbeiten

Eva Jentgens  ·  26. Juli 2021

Ein Schild an einer Straße mit dem Text "Stay Home"

webfactory: Hallo ihr Lieben! Als erstes würde mich mal interessieren, wie ihr beiden Neuen auf die webfactory aufmerksam geworden seid. Ihr kommt ja ursprünglich gar nicht aus Bonn…

Fabian: Ich bin tatsächlich durch das Github Profil auf die webfactory aufmerksam geworden, da ich in meiner alten Agentur mit einem eurer Open-Source Pakete gearbeitet habe.

Amitay: I heard about webfactory through Isis, Sebastian's wife. She is a friend of mine since University in 2001.

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webfactory: Und was hat euch dann dazu bewogen, euch in der webfactory zu bewerben?

Fabian: Für mich war es ausschlaggebend, Kolleg*innen zu finden, welche ebenfalls gerne mit PHP in Kombination mit Symfony arbeiten. Zudem konnte ich durch den Blog bereits weitere Eindrücke über die Unternehmenskultur herausfinden, welche mich ebenfalls zu einer Bewerbung bewogen haben (Mitgestaltung am Unternehmen, Gehaltstransparenz, technische Kompetenz).

Amitay: I have been planning to move to Germany for many years. Then I heard about webfactory and found out that this is a great software company. Then it was like getting two things at once: Living in a great country and working in a very good software company.

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webfactory: Wie war denn der Bewerbungsprozess für euch? Ihr habt ja während der ganzen Zeit keinen von uns persönlich getroffen. Wie liefen die Bewerbungsgespräche ab?

Fabian: Ich war erstaunt darüber, dass ich noch am selben Tag eine Antwort erhalten habe. Etwas ungewöhnlich war, dass ich insgesamt drei Bewerbungsgespräche hatte. Jede*r potenziell neue Kolleg*in hatte somit die Möglichkeit mich kennenzulernen (und anders herum). Man merkte sofort, dass die Einstellung eines neuen Kollegen eine Teamentscheidung ist und keine, die die Geschäftsführung ohne Rücksprache trifft. Das hat mir sehr gut gefallen. Aufgrund der Corona-Krise haben wir alle Gespräche online abgehalten, was aber in keiner Weise ein Problem für mich darstellte.

Amitay: The interviews for me were online. I met all of my colleagues in a few interviews (like 3 or 4). I got the chance to meet them and see how they work. I learned about all of the human values and decided to come here. Then my webfactory colleagues decided to accept me and here I am.

Man merkte sofort, dass die Einstellung eines neuen Kollegen eine Teamentscheidung ist und keine, die die Geschäftsführung ohne Rücksprache trifft. Das hat mir sehr gut gefallen.

webfactory: Wie habt ihr euch dabei gefühlt? War es komisch für euch, den Bewerbungsprozess via Videochat zu durchlaufen? Habt ihr darin irgendwelche Nachteile oder vielleicht sogar Vorteile gesehen?

Fabian: Natürlich ist ein Bewerbungsgespräch per Videochat ganz abseits der Norm, aber gerade in einer technischen Branche kein Hindernis. Es zeigte mir, dass das Unternehmen sich an die neue Corona-Situation gut anpassen konnte. Ein Vorteil war natürlich, dass ich mir die lange Anfahrt (250 km) sparte. Ich denke, Amitay geht es da ähnlich wie mir, gerade weil es bei ihm ein paar Kilometer mehr waren… Und natürlich konnte ich so auch meine Jogginghose anbehalten ;-) Als Nachteil sehe ich aber ganz klar, dass ich das webfactory Büro nicht direkt kennenlernen konnte.

Amitay: I felt very good in the process. I think that online meetings are very advantageous and practical, since you don't need to transport anywhere. Can you imagine that I needed to come from Mexico for a meeting? Hahaha.

Ich persönlich finde, dass man in einem richtigen Treffen noch einen besseren Eindruck von der Person gewinnen kann und besser merkt, ob die "Chemie" stimmt.

webfactory: Ihr beiden Geschäftsführer – und auch die anderen im webfactory Team – standet dabei ja quasi „auf der anderen Seite“. Wie lief der Bewerbungsprozess aus eurer Sicht ab? In den letzten Jahren habt ihr euch ja immer persönlich mit Bewerber*innen zum Kennenlernen und Beschnuppern getroffen. Hat sich das für euch jetzt irgendwie anders angefühlt?

Matthias: Im Prinzip lief der Prozess genauso ab wie bei den Bewerbungen in der Zeit davor, nur halt über eine Videokonferenz. Ich persönlich finde, dass man in einem richtigen Treffen noch einen besseren Eindruck von der Person gewinnen kann und besser merkt, ob die "Chemie" stimmt. Aber unbestreitbar hat auch eine Videokonferenz Vorteile, gerade wenn man auch mal zwei oder drei Gespräche an verschiedenen Tagen führen möchte und der/die Bewerber*in dafür keine Anreise braucht.

Sebastian: Mein Gefühl ist, dass die Online-Bewerbungsgespräche mit weniger Stress verbunden sind und es leichter ist, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Viele Dinge werden auch einfacher, z. B. braucht man sich keine Gedanken über die Sitzordnung zu machen und das Vorstellen von Arbeitsbeispielen ist durch Screensharing sehr einfach. Natürlich ist es noch einmal etwas anderes, wenn man der Person dann in echt gegenübersteht, aber ich hatte mitnichten den Eindruck, dass unsere Auswahlentscheidungen durch die Verlagerung in Videokonferenzen schlechter waren – eher im Gegenteil.

Ein Schild mit dem Text "The world is temporarily closed"

webfactory: Wenn ihr zukünftig die Wahl hättet – würdet ihr irgendeine Variante bevorzugen, also entweder das „persönliche“ Kennenlernen und Treffen im realen Leben oder vielleicht sogar die virtuelle Variante?

Fabian: In den meisten Fällen würde ich das persönliche Kennenlernen vor Ort bevorzugen, gerade weil man die Möglichkeit hat, auch das potenzielle neue Büro kennenzulernen. Die virtuelle Variante ist natürlich dann von Vorteil, wenn ich eine Fahrt zum Bewerbungsgespräch, aufgrund der Entfernung, auf zwei Tage aufteilen müsste.

Amitay: I like the virtual variant.

Matthias: Meine Präferenz wäre die "persönliche" Variante, wenn keine gewichtigen praktischen Gründe entgegenstehen. "Virtuell" ist aber definitiv kein Problem.

Sebastian: Ich würde bei online bleiben, zumindest für den Großteil der Gespräche und wenn die Bewerberin oder der Bewerber nicht in der Nähe wohnt. Die Bürobesichtigung ist natürlich ein klarer Vorteil des Kennenlernens vor Ort, aber dafür reicht auch ein einzelner Termin.

Mein Gefühl ist, dass die Online-Bewerbungsgespräche mit weniger Stress verbunden sind und es leichter ist, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

webfactory: Richtig spannend wurde es dann aber natürlich, nachdem feststand, dass wir zwei neue Teammitglieder haben würden. Zu dem Zeitpunkt war uns ja bereits klar, dass auch der Einarbeitungsprozess (größtenteils) remote würde stattfinden müssen. Wie seid ihr da im Vorfeld mit umgegangen? Was für Gedanken habt ihr euch gemacht? Hattet ihr Sorgen, dass etwas nicht funktionieren könnte?

Fabian: Tatsächlich habe ich mir am Anfang schon einige Sorgen um das Onboarding gemacht. Wie steht es um die Erreichbarkeit bei Problemen? Wie lerne ich die neuen Kund*innen und ihre Projekte kennen? Wie findet das Socialising mit meinen neuen Kolleg*innen statt? 

Amitay: I was worried (and still am) about the German language. I trust in my capabilities as a software developer and I know that I can learn PHP in a relatively short amount of time. So, my only concern is regarding the language, which I am working on to master.

Matthias: Gerade am Anfang muss man ja eine Menge erklären. Ich persönlich kann das am besten, wenn ich dazu auch mal ein paar Dinge schnell auf ein Blatt zeichnen oder kritzeln und damit verdeutlichen kann. Ich habe mir daher einen Apple Pencil fürs iPad zugelegt und ein paar Apps durchprobiert, mit denen man einfach und flüssig zeichnen und gleichzeitig auch noch live teilen kann. Aber Einarbeitung besteht ja nicht nur aus den einigermaßen planbaren, fachlichen Inhalten. Es gehört auch viel "beschnuppern" und Kennenlernen im Team dazu, das man weniger erzwingen kann. Das passiert meistens und am besten an der Kaffeemaschine, beim gemeinsamen Mittagessen oder sogar, wenn man jemandem beim Kochen über die Schulter schaut. Alles das hatten wir seit letztem Jahr nicht.

Sebastian: Ich habe mir da im Vorfeld keine Gedanken zu gemacht, sondern die Situation auf mich zukommen lassen. Wir hatten Anfangs auch den Plan, die ersten Wochen Einarbeitung in Präsenz zu machen. Das hat dann aber die zweite Corona-Welle zunichte gemacht.

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webfactory: Matthias und Sebastian, ihr habt einige Wochen damit verbracht, die Einarbeitungsphase vorzubereiten. Worum genau ging es da?

Matthias: Wir haben versucht, uns erstmals einen umfassenden und schriftlich festgehaltenen Überblick über alle Themen, fachliche Inhalte, Abläufe etc. zu verschaffen, die uns als Unternehmen "besonders" machen. Also im Prinzip alles das, was selbst jemand, der/die mit einer guten Ausbildung und Kenntnis unseres Tech Stacks zu uns kommt, nicht wissen kann, weil es unsere besondere Situation, Kund*innen oder eigene Tools betrifft. Das war eine überraschend lange Liste! Für alle Themen haben wir versucht, eine*n „Themenpat*in" zu finden. Also im Prinzip die Person, die das einzelne Thema am besten kennen sollte. Im besten Fall sollte diese Person dann auch die Einarbeitung in das jeweilige Thema machen. Und mit der Liste wollten wir nachhalten, ob und wer schon in den Genuss dieser Einarbeitung gekommen ist. Tatsächlich haben wir gemerkt, dass manche Themen selbst für Mitarbeitende, die schon länger dabei sind, noch neu sind.

Einarbeitung besteht ja nicht nur aus den einigermaßen planbaren, fachlichen Inhalten. Es gehört auch viel "beschnuppern" und Kennenlernen im Team dazu, das man weniger erzwingen kann.

webfactory: Irgendwann war der große Tag ja dann da. Wie lief der erste Arbeitstag aus eurer Sicht?

Fabian: Den ersten Arbeitstag habe ich zusammen mit Matthias im Büro (natürlich mit Masken) verbringen können. Er erklärte mir jegliche neue Software von Trello bis Fogbugz. Im Daily-Standup haben sich sogar meine Kollegen mit Matthias und mir solidarisiert und ebenfalls die Masken (virtuell) aufgezogen, was uns beiden ein verstecktes Lächeln zauberte.

Amitay: My first day was very exciting and still is, mainly for two reasons: I was living in Germany and I was at Sebastian's house. It was very nice to be able to work in person with one of my colleagues, I really enjoyed it. Sebastian has helped me a lot!

Matthias: Tatsächlich haben wir Fabian schon ein Mal vor dem ersten Arbeitstag getroffen, als wir Büroschlüssel etc. übergeben haben. Diese Gelegenheit konnten wir dann ausgiebiger zum Quatschen nutzen. Der erste Arbeitstag war aber dann seitdem das einzige Mal, dass wir beide physisch zusammen vor einem Rechner sitzen konnten. Wir haben die Zeit vor allem fürs "Bootstrapping" verwendet, also sicherzustellen, dass Fabian einen Rechner hat, mit dem er Zugriff auf alle notwendigen Tools hat und dass von da an die Remote-Arbeitsweise funktionieren kann. Leider bin ich Amitay bisher noch nie persönlich begegnet.

Sebastian: Auch Amitay und ich haben die erste Zeit in Präsenz zusammengearbeitet, allerdings ohne weitere Kolleg*innen – Hilfe bei den letzten Einrichtungsaufgaben mussten wir also von remote einholen.

Eine leere Toilettenpapierrolle mit "Don't panic"-Schriftzug

webfactory: Wie ging es in den Wochen danach mit der Einarbeitung weiter? Gab es irgendein System, nach dem ihr vorgegangen seid?

Fabian: Da Matthias in der ersten Zeit mein Hauptansprechpartner war, haben wir uns morgens immer darüber abgestimmt, was heute auf meiner Onboarding-Liste steht. Hier konnten wir Schritt für Schritt neue Themen angehen.

Amitay: In my case, Sebastian and Jano helped me a lot. Jano helped in my first project and Sebastian has been mentoring me in all of the projects I have worked on. I also received help from the rest of my teammates.

Matthias: Ich habe die "Mentor"-Rolle für Fabian übernommen und in den ersten Wochen versucht, die wichtigsten Themen unserer Einarbeitungs-Liste mit ihm durchzugehen. Soweit möglich haben wir immer versucht, das direkt im Kontext von "richtigen" Projekten zu tun.

Sebastian: Ich war der "Mentor" für Amitay. Auch wir haben uns passende Kundenaufträge gesucht, um verschiedene Themen anzugehen. Die waren erstaunlich leicht zu finden – ich meine, es gab einige Anfragen, die schnell bearbeitet werden mussten und die einen guten Überblick über unsere Systemlandschaft boten.

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webfactory: Früher, als wir alle noch gemeinsam im Büro gearbeitet haben, war es ja relativ einfach Fragen an die Kolleg*innen zu stellen. Gerade in der Einarbeitungsphase kommen ja besonders viele Fragen auf. Wie funktionierte das in euren ersten Wochen – wie habt ihr miteinander Kontakt gehalten?

Fabian: In Slack hatte ich die Möglichkeit Matthias direkt eine Nachricht zukommen zu lassen oder in einem unserer Teamchannels allgemeine Fragen zu stellen. Natürlich ist dies anders, als mal eben schnell eine Frage durchs Büro zu werfen, aber aufgrund der Teamchannels haben viel mehr Kolleg*innen die Möglichkeit, eine Frage beantworten zu können, als wenn ich die Frage nur meinem/meiner Büronachbar*in gestellt hätte.

Amitay: I was lucky to be able to work together with Sebastian. I also used Slack to ask my other colleagues. Everyone answered my questions and helped me a lot!

Matthias: Ich habe mir sehr viel Zeit genommen, mit Fabian direkt zusammenzuarbeiten. Oft haben wir mehrere Stunden am Tag direkt miteinander telefoniert und dabei auch einen geteilten Bildschirm verwendet. Im Endeffekt ist das eigentlich schon so, als würde man direkt nebeneinander sitzen. Allerdings ist es doch mehr eine 1:1-Situation, d. h. es kommen nicht mal zufällig andere Kolleg*innen vorbei, oder man geht gemeinsam in die Küche und trifft dort die anderen.

Sebastian: Amitay und ich haben auch viele Stunden täglich gemeinsam gearbeitet. Ich hatte den Eindruck, dass Fragen auch im Chat gut funktionieren. Im Grunde war das auch vor Corona schon unser Arbeitsmodus. Man ist nicht einfach im Büro rumgelaufen und hat eine*n Kolleg*in angesprochen, sondern hat im passenden Chat-Kanal gefragt.

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webfactory: Was würdet ihr sagen, waren die größten Schwierigkeiten bei der remote-Einarbeitung?

Fabian: Definitiv das Socialising mit meinen neuen Kolleg*innen.

Amitay: None for me. I had time to read, study, code and learn a lot.

Matthias: Nicht die fachlichen Inhalte, die kann man gut geplant und über gemeinsame Telefonate und geteilte Bildschirme vermitteln. Es ist das Zwischenmenschliche und Soziale, das zur Teambildung dazugehört und das nicht so einfach passieren kann.

Sebastian: Die größte Schwierigkeit sehe ich darin, dass eine höhere Eigeninitiative und ein bisschen mehr Mut gefragt ist. Wenn jemand an einer Frage festhängt und nicht weiterweiß, sieht man das ja häufig schon an der Körperhaltung. In einer Präsenzsituation ist die Chance dann groß, dass ein/e Kolleg*in das bemerkt und die hilfesuchende Person aktiv anspricht. In einer Remote-Zusammenarbeit gibt es das nicht, es muss immer eine aktive Kommunikation stattfinden.

Die größte Schwierigkeit sehe ich darin, dass eine höhere Eigeninitiative und ein bisschen mehr Mut gefragt ist.

webfactory: Seht ihr auch Vorteile darin, jemanden remote einzuarbeiten?

Amitay: For me it is the same like any other meeting. You have the great advantage not having to transport yourself to a place and you can work from home.

Sebastian: Screensharing mit Audioübertragung in Slack war für mich eine Entdeckung, die ich ohne Remote-Zusammenarbeit nicht gemacht hätte. Ich finde es wesentlich angenehmer, auf diesem Weg auf den Bildschirm meines/meiner Kolleg*in schauen zu können und sogar Dinge dort markieren zu können, als physisch nebeneinander auf den gleichen Bildschirm zu schauen. Ich erinnere mich auch nicht, vor Corona so oft mit Kolleg*innen zusammen auf einen Bildschirm geschaut zu haben, wie seitdem wir im Homeoffice sind.

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webfactory: Vielleicht könnt ihr noch ein bisschen was zu den technischen Hilfsmitteln erzählen, derer ihr euch für die Einarbeitung bedient habt

Matthias: Wie schon oben erwähnt fand ich es sehr hilfreich, mit Tablet und Stift eine Art virtuelles, gemeinsames Whiteboard haben zu können. Das ist aber nicht nur für die Einarbeitung wertvoll, sondern hat sich seitdem auch in vielen weiteren Teambesprechungen und Gesprächen mit Kund*innen bewährt.

Sebastian: Ich fand das Screensharing mit Markierungsmöglichkeit in Slack sehr gut, und für asynchrone Zusammenarbeit Pull Requests in GitHub. Die habe ich erst durch die Einarbeitung von Amitay richtig häufig genutzt.

Ein Schild, das auf lustige Art dazu auffordert, zuhause zu bleiben

webfactory: Wenn ihr zukünftig die Wahl hättet, welche Variante würdet ihr denn bevorzugen: Remote Einarbeitung oder doch wieder im direkten Miteinander, so wie früher – oder ist vielleicht sogar beides gleich gut oder schlecht?

Fabian: Wenn ich die Wahl hätte, würde ich für die Einarbeitungsphase das direkte Miteinander bevorzugen. Ich möchte aber die Remote-Einarbeitung gar nicht schlecht reden, für die Corona-Situation war es die beste Möglichkeit.

Amitay: For the training period, it is better to have a direct mentor or work together with someone else. This work can also be done remotely, although it will be a bit better to do it in person, but remotely works as well (you only need to synchronize your work hours and work at the same time).

Sebastian: Ich glaube, dass es schon gut ist, wenn das Team sich auch persönlich sieht – gerade am Anfang der Zusammenarbeit. Für die fachliche Einarbeitung spielt das, finde ich, keine Rolle. Die geht remote genau so gut. Um sich menschlich kennenzulernen, gerade auch diejenigen, die nicht in Projekten zusammenarbeiten, ist Präsenz im gemeinsamen Büro sehr hilfreich.

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webfactory: Fabian und Amitay: Wie lange seid ihr jetzt schon in der webfactory?

Fabian: Ich seit Oktober 2020 bei der webfactory.

Amitay: Since February 1st, 2021.

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webfactory: Wir haben ja jetzt viel über die eher konkret arbeitsbezogenen Einarbeitungsprozesse gesprochen. Wenn man neu in einem Team ist, kommen aber ja auch soziale Faktoren hinzu. Man kennt niemanden, ist – wie in eurem Fall – vielleicht sogar neu in der Stadt. Man könnte ja zumindest mal davon ausgehen, dass ein remote-Kennenlernen hier massive Nachteile mit sich bringt. Wie war das für euch?

Fabian: Ich glaub, dass was am Ende das Socialising im Remote ausgemacht hat, sind die Möglichkeiten in unseren Dailies Kolleg*innen zu Hören und zu Gesicht zu bekommen. Was natürlich hinten runterfällt sind Dinge wie z.B. gemeinsame Mittagspausen oder ein Plausch nach Feierabend.

Amitay: It worked for me. I can work with my colleagues without knowing them. I mean, I respect a teammate and I can work with him/her without knowing him/her. I only need to know that he/she is from my team, and gladly I will work with that person. That's how I started working with all of you and that is how I got to know you and enjoy being here.

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webfactory: Wie viele Teammitglieder*innen habt ihr denn bis heute mal persönlich, also nicht nur virtuell, gesehen?

Fabian: Ich konnte sieben Kolleg*innen in Natura kennenlernen – und "Bürohund" Gamma.

Amitay: I have meet Sebastian and Martin.

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webfactory: Und wie war das für euch, Matthias und Sebastian? Habt ihr euch hier eigentlich Sorgen gemacht, dass „die neuen“ sozial irgendwie auf der Strecke bleiben?

Matthias: Ja, das ist weiterhin meine große Sorge. Für beide war der Wechsel zu uns auch mit einem Wechsel des Wohnorts verbunden. Da möchte man doch auch die neue Stadt und Umgebung erkunden, neue Leute kennenlernen etc. und das wäre viel einfacher, wenn man das auch mal mit den Kolleg*innen zusammen nach Feierabend oder in einer ausgedehnten Mittagspause im Bonner Hofgarten oder so tun könnte.

Sebastian: Ich denke auch, dass die Kombination mit dem Wohnortwechsel besonders schwierig ist, also wenn die Kolleg*innen erstmal die einzigen sozialen Kontakte sind, die man in der neuen Umgebung hat.

Wenn man sich täglich über Video sieht, fühlt es sich auch gar nicht so an, als hätte man keinen Kontakt.

webfactory: Vermisst ihr den persönlichen Kontakt zu den anderen Teammitgliedern?

Fabian: Natürlich. Aber umso mehr freue ich mich auf ein gemeinsames Treffen im webfactory Büro.

Amitay: Yes. I think it will be great to meet in the office, but I also enjoy a lot working at home, so it is like a crossed feeling.

Sebastian: Ja und nein. Ich fühle mich, was die Arbeit angeht, im Homeoffice sehr wohl. Wenn man sich täglich über Video sieht, fühlt es sich auch gar nicht so an, als hätte man keinen Kontakt. Aber ich wünsche mir schon, dass das gemeinsame Büro in der Zukunft wieder eine Rolle spielt.

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webfactory: Habt ihr denn das Gefühl, dass man sich im Team dennoch ganz gut kennt mittlerweile – oder bleibt da irgendwie das Gefühl, dass man einander doch fremder ist, als wenn man täglich gemeinsam im Büro wäre?

Fabian: Da ich mit Matthias die letzten Monate viel zusammen arbeiten konnte, konnte ich auch ihn schon sehr gut kennenlernen. Ich gehe ganz stark davon aus, dass ich diese persönliche Ebene mit jedem meiner Kolleg*innen auch Remote aufbauen kann, wenn es die Möglichkeit gibt, in zukünftigen Projekten zusammenzuarbeiten.

Amitay: I have the feeling that I know everyone. Everyday we have our meetings and I feel like I know all of my colleagues.

Sebastian: Mein Eindruck ist, dass manche eine Bürosituation schon eher dafür nutzen, auch mal über Dinge jenseits des aktuellen Projekts zu sprechen, und ihre Kolleg*innen dann besser kennen lernen. In der Remotesituation muss man sich da bewusster drum bemühen. Ich glaube aber nicht, dass eine Zusammenarbeit in Präsenz "automatisch" und für jeden zu besserem Kennenlernen führt.

Ein Schild mit dem Text "Please keep your distance"

webfactory: Viele im Team haben sich in den letzten Monaten dafür ausgesprochen, das remote-Arbeiten beizubehalten. Die webfactory hat sich offiziell zu einer „remote first“ Agentur bekannt. Nun haben die anderen Teammitglieder natürlich auch den direkten Vergleich dazu, wie es früher war. Wie steht ihr neuen Mitarbeiter denn dazu?

Fabian: Da sich meine aktuelle Lebenssituation verändert hat und ich wieder umziehen werde, werde ich dieses Angebot ebenfalls nutzen. Ich finde es daher super, dass die webfactory selbst nach der Pandemie Homeoffice anbieten wird. Dennoch denke ich, dass es wichtig ist, Tage zu finden, in denen man sich als Team vor Ort verabredet.

Amitay: I totally agree on continuing to work remotely. I really like it!

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webfactory: Würdet ihr, Matthias und Sebastian, noch einmal Mitarbeiter remote einstellen?

Matthias: Ja, gerade weil wir ja jetzt noch besser wissen, was auf uns zukommt.

Sebastian: Ja.

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webfactory: Hat sich vielleicht sogar insgesamt eure Sicht auf die Mitarbeiter*innensuche verändert? Früher haben wir ja schon eher Leute angestellt, die auch in Bonn gelebt haben oder bereit waren, hierher zu ziehen. Mittlerweile gibt es schon zwei Teammitglieder, die gar nicht mehr in der Stadt wohnen. Könntet ihr euch auch vorstellen, jemanden einzustellen, der oder die vielleicht in einer anderen Stadt oder gar in einem anderen Land lebt und von dort aus für uns arbeiten möchte?

Matthias: Ich finde die Vorstellung im Moment noch schwierig, obwohl wir de facto längst dort angekommen sind. Wir müssen dann mindestens mal einige Arbeit investieren, in der sozialen Anbindung besser zu werden, vielleicht über regelmäßig organisierte, wirkliche Treffen und Events.

Sebastian: Ich bin gespannt, wie sich unsere Zusammenarbeit in den nächsten Monaten verändert und wie eine Hybridsituation (manche im Büro, manche im Homeoffice) funktioniert. Mit "remote first" haben wir ja schon die Absicht erklärt, alle Prozesse und Meetings so zu organisieren, dass Kolleg*innen, die nicht präsent sind, nicht benachteiligt werden. Wie das in der Praxis funktioniert, muss sich aber noch zeigen. Davon hängt dann denke ich auch ab, wie wir grundsätzlich zu neuen Kolleg*innen stehen, die physisch weiter weg sind. Die erfolgreiche Remote-Zusammenarbeit im letzten Jahr hat uns aber definitiv gezeigt, was möglich ist.

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webfactory: Ihr könntet ja auch darauf bestehen, dass die Teammitglieder*innen vor Ort Präsenz zeigen (und in Bonn leben) müssen. Wieso tut ihr das nicht?

Matthias: Die Präsenz "vor Ort" an sich ist in unserer Branche doch wirklich nicht entscheidend. Vielleicht ist sie einfach aus historischen Gründen noch etwas überbewertet oder wird von vielen Arbeitgeber*innen – oder eher Vorgesetzten – aus anderen Gründen erwartet? Wir haben jedenfalls gesehen, dass es vielen Mitarbeiter*innen hilft und sie auch glücklicher und weniger gestresst macht, wenn sie ihre Arbeitszeiten etwas freier und verteilter organisieren können. Auf der anderen Seite setzt das aber auch voraus, dass alle damit umgehen können: Es verlangt von den Mitarbeiter*innen viel mehr, im virtuellen Raum präsent zu sein und die Kommunikation aufrecht zu erhalten. Ich muss mich selbst organisieren können und werde mehr an sichtbaren Ergebnissen gemessen als nur daran, jeden Tag im Büro zu erscheinen.

Die Präsenz "vor Ort" an sich ist in unserer Branche doch wirklich nicht entscheidend.

webfactory: Wenn ihr jetzt mal ein Fazit ziehen würdet, wie sähe das aus? Haben sich eure Erwartungen oder vielleicht sogar Befürchtungen bewahrheitet? Was hat euch überrascht?

Fabian: Meine Befürchtungen haben sich definitiv nicht bewahrheitet. Das Onboarding verlief ausgesprochen gut über Remote.

Amitay: Yes! webfactory exceeded my expectations.

Matthias: Alle Umbrüche seit Anfang 2020 haben uns gezeigt, dass wir viel flexibler und besser mit den Herausforderungen umgehen können, als ich persönlich zu Anfang gedacht hätte. Etwas überrascht hat mich, wie viele Routinen und Abläufe wir seitdem aufgegeben oder komplett geändert haben. Ein wenig Rückkehr zum alten "normal" wünsche ich mir schon, aber wir werden bestimmt nicht wieder alles so machen wie vorher. Dafür haben einige Dinge auch zu gut funktioniert und sich manche Freiheiten bewährt.

Sebastian: Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden, wie die Integration von Fabian und Amitay ins Team funktioniert hat. Auch insgesamt hat die Remote-Zusammenarbeit wesentlich besser funktioniert, als ich mir das jemals hätte vorstellen können. Wir haben auch unsere Kund*innen so oft gesehen wie nie zuvor, weil wir gezwungen waren, die Videokonferenz als Medium zu nutzen. Früher haben wir Kund*innen in der Regel entweder persönlich getroffen oder Telefonkonferenzen gemacht. Die Telefonkonferenz ist absolut ausgestorben, weil Video viel besser ist.

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Eva Jentgens

Diplom-Biologin, Konzeption & Koordination

Die strukturierte Denkerin mit dem Auge für mikroskopische Details ist unsere Geheimwaffe für komplexe Entwürfe und konzeptionelle Feinheiten. Mit agilen Methoden und viel Scharfsinn sorgt sie außerdem für effiziente Aufgabenverteilung und reibungslose Projektabläufe. Wenn die leidenschaftliche Fotografin nicht gerade zu neuen Zielen für ihr Online-Reiseportal unterwegs ist, verbringt sie ihre Freizeit wahrscheinlich damit, ihr Landhausstil-Faible auszuleben.