Artikel von: Søren
Veröffentlicht am: 12/12/2017

UXBN@webfactory zu Performance und UX-Test-Methodenmix

Schon vergangene Woche Donnerstag waren wir zum dritten Mal Gastgeber des Bonner User Experience Stammtisches. Die Adventsausgabe war ein bunter Jahresausklang mit zwei* spannenden Vorträgen und vielen guten Gesprächen.

Nachdem die Teilnehmer gemütlich eingetroffen und mit Getränk und Snacks in der Hand in eine erste Networking-Runde gestartet waren, machte unser Kollege Søren mit seinem Vortrag zu Performance als neuer UX-Grundanforderung den Anfang.

Es ist angerichtet #UXBN #webfactory

— Jens Schaller (@schallerje) 7. Dezember 2017

Nach einer kurzen Einordnung, warum Performance (im Sinne von schnellen Ladezeiten und zügig verfügbarer Interaktivität auf Webseiten oder in Apps) ein wichtiges Thema ist, führte Søren die Anwesenden durch eine Reihe von Erkenntnissen der Neurowissenschaften zu Zeit, Zeitwahrnehmung und vor allem der "Psychologie des Wartens". Wichtigstes Take-away: es gibt einen erheblichen Unterschied zwischen objektiv messbarer Zeit und dem, was das menschliche Hirn daraus macht.

Neben der Unterstützung von Entwicklern bei der Reduktion der objektiven Ladezeiten können sich UX-Spezialisten genau diesen Unterschied mit schlauen Tricks zu Nutze machen, um einen wichtigen Beitrag zur Optimierung der vom Nutzer empfundenen ("perceived") Performance zu leisten. Søren stellte dazu sieben Maßnahmen anhand von praktischen Beispielen vor.

Nach kurzer und diskussionsreicher Pause ging es weiter mit Bastian Weber, der extra aus dem fernen Dresden angereist war, um uns Lehren aus der täglichen Arbeit mit A/B-Tests bei der m-pathy GmbH näherzubringen.

Bastian stellte vor allem heraus, dass A/B-Tests nur eine von vielen Methoden sind, sich einer optimalen User Experience anzunähern. Insbesondere gab er zu bedenken, dass ein A/B-Test nicht notwendigerweise ein korrektes Gesamtbild zeigen muss: In einem Beispiel wären A/B-Tests zur Verbesserung der Absprungraten auf einer bestimmten Seite (hier: Liste von Suchergebnissen) nicht sinnvoll gewesen, da das Problem der Nutzer tatsächlich auf der vorherigen Seite (hier: dem Suchformular) lag.

Neben der Empfehlung, immer lieber auf einen guten Methodenmix zu setzen, als sich auf eine "Lieblingsmethode" zu beschränken, gab Bastian noch ein paar Tipps, wie man zu guten Test-Hypothesen kommt – und wie nicht.

Nach den beiden Vorträgen ließen wir den Abend bei entspannt-angeregten Gesprächen und netzwerkeliger Atmosphäre langsam ausklingen und freuen uns auf neue UX Themen im nächsten Jahr – sehr gerne auch wieder bei uns im wfLab!

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* Der Vortrag von Jörg Niesenhaus über Erfahrungen aus 5 Jahren Arbeit mit Gamification musste krankheitsbedingt leider kurzfristig ausfallen, wird aber im Januar beim nächsten UXBN Termin bei Aktion Mensch nachgeholt.