Neue Preise für das Webhosting

Sebastian Kugler  ·  07. November 2013

Inzwischen wurde das hier beschriebene Preismodell aktualisiert, hier gibt es die Preisliste von 2020.

Warum ein neues Preismodell?

Bei unserem alten Rechenzentrumsbetreiber war der verursachte Datentraffic der entscheidende Kostenfaktor. Dementsprechend war Traffic auch die maßgebliche Größe für die Preisgestaltung unserer bisherigen Hostingpakete.

Bei Amazon Web Services ist der Datentraffic erfreulicherweise extrem günstig, dafür spielen Kosten für die Rechenleistung eine wesentlich größere Rolle als bisher. Zwar hängt die benötigte Rechenleistung auch vom Traffic ab, aber der Faktor ist je nach Projekt sehr unterschiedlich: Eine HTML-Seite hat z. B. eine sehr geringe Dateigröße und verursacht wenig Traffic. Sie wird aber häufig dynamisch generiert, wozu viele Datenbankabfragen und Funktionsaufrufe erforderlich sind - also relativ viel Rechenleistung. Die Auslieferung eines fertig vorhandenen Bildes oder Videos hingegen benötigt kaum Rechenleistung, die Dateien sind aber wesentlich größer als HTML-Seiten. Folglich benötigt der gleiche Traffic erheblich mehr Rechenleistung, wenn es sich um viele dynamische HTML-Seiten handelt, als wenn vor allem viele Bilder übertragen werden.

Wir brauchten also ein neues Modell, um unsere Kosten möglichst gerecht weiterberechnen zu können.

Ziele für das neue Preismodell

Bei der Kalkulation des neuen Preismodells hatten wir drei Hauptziele:

In erster Linie wollten wir die Kosten von Amazon Web Services möglichst genau abbilden. Einkaufs- und Verkaufspreise sollen in einem vernünftigen und nachvollziehbaren Verhältnis stehen.

Zusätzlich zu den Einkaufspreisen bei Amazon Web Services musste aber auch unser eigener Entwicklungs- und Pflegeaufwand für unsere Hostingarchitektur sowie der Administrationsaufwand für den Betrieb der Server und das Einspielen von Updates angemessen berücksichtigt werden.

Nicht zuletzt sollte unsere Preisliste aber auch eine transparente und vorhersehbare Angebotsgestaltung ermöglichen und den Aufwand für die Abrechnung möglichst gering halten. Amazon Web Services stellt uns jedes einzelne Gigabyte Traffic und jeden IO-Request in Rechnung. Das erfolgt vollautomatisch und ist für Amazon Web Services der beste Weg, den unterschiedlichsten Kundengrößen gerecht zu werden. Bei uns müssten variable Rechnungen manuell erstellt werden, was angesichts der geringen variablen Kosten einen unverhältnismäßig hohen Verwaltungsaufwand verursachen würde. Wir haben uns daher bemüht, Pakete zu schnüren, bei denen möglichst wenig individueller Abrechnungsaufwand entsteht.

Unsere neuen Hostingpreise

Auf der Basis der genannten Ziele und Voraussetzungen haben wir eine Preisliste erarbeitet, die wir im Folgenden vorstellen. Alle genannten Preise verstehen sich netto zzgl. der gesetzlichen Umsatzsteuer.

Virtueller Webserver (auf gemeinsam genutztem System)

Dieses Paket ersetzt unser bisheriges Webhosting “Basic” bzw. “Advanced”. Es handelt sich um ein Angebot, bei dem wir mehrere Projekte verschiedener Kunden auf einem gemeinsamen Serversystem betreiben.

Anstelle von bisher 5 GB Traffic und 200 MB Dateiablage umfasst dieses Paket nun 20 GB Traffic und 5 GB Dateiablage.

Den Preis reduzieren wir von 50 € auf 40 €. Zusatztraffic wird mit 20 € pro 10 GB weiterberechnet (bisher 15 €/GB).

Nicht mehr im Paket enthalten ist ein Mailserver, da diese Leistung zunehmend auch getrennt vom Webhosting bezogen wird.

Virtueller Mailserver

Auf unserem zentralen Mailserver stellen wir E-Mail-Adressen zur Verfügung (POP3-Postfächer und/oder Alias bzw. Weiterleitungen), die unter einer oder mehreren Domains erreichbar sein können.

Im Paket enthalten ist neu ein Spamschutz auf der Basis von SpamAssassin, der bisher als eigene Leistung angeboten wurde.

Den virtuellen Mailserver bieten wir für 20 €/Monat an.

Eigene Instanzen

Für größere Projekte oder für Kunden, die viele Websites betreiben, bietet sich der Betrieb auf einem eigenen Server an. Wir beziehen dafür von Amazon Web Services individuelle Instanzen in verschiedenen, für das Webhosting optimierten Leistungsstufen. Instanz ist der Amazon-Begriff für einen virtuellen Root-Server.

Alle Instanztypen enthalten bei uns als Inklusivleistungen tägliche Backups (Snapshots des Dateisystems), Administration und Betriebsüberwachung (Monitoring).

Eigene Small-Instanz

Bei Amazon Web Services nennt sich dieser Instanztyp "m1.small".

Im Paket mit 50 GB Datentraffic, 50 GB Dateiablage ("Elastic Block Storage", EBS) und 50 Millionen EBS-IO-Requests (Festplattenzugriffe) sowie unseren Inklusivleistungen kostet er bei uns 120 €/Monat.

Wenn das Datenvolumen nicht ausreicht, berechnen wir einheitlich 20 € pro angefangene 200 GB zusätzlichem Datentraffic, 200 GB Dateiablage oder 200 Mio. EBS-IO-Requests. Dieser Preis gilt unabhängig vom Instanztyp.

Eigene Medium-Instanz

Dieser Instanztyp heißt bei Amazon Web Services "c1.medium".

Wir bündeln ihn mit je 100 GB Datentraffic und Dateiablage sowie 100 Mio. EBS-IO-Requests und unseren Inklusivleistungen für 200 €/Monat.

Eigene Extralarge-Instanz

Eine Extralarge-Instanz, bei Amazon Web Services "c1.xlarge", bietet viermal soviel Rechenleistung wie eine Medium-Instanz.

Zusammen mit 200 GB Datentraffic, 200 GB Dateiablage, 200 Mio. EBS-IO-Requests und unseren Inklusivleistungen bieten sie für 550 €/Monat an.

Virtueller Webserver auf eigener Instanz

Da der Administrationsaufwand für eine Instanz auch maßgeblich von der Anzahl der auf dieser Instanz laufenden Systeme (Websites bzw. Webanwendungen) abhängt, berechnen wir pro virtuellem Webserver auf einer dedizierten Instanz 20 €/Monat.

Zusatzangebote

Elastic Load Balancer (ELB)

Wenn eine Website über HTTPS/SSL (sichere Datenübertragung) erreichbar sein soll oder wenn sie auf einem Cluster von mehreren parallelen Instanzen betrieben wird, erfolgt die SSL-Terminierung bzw. das eigentliche Load Balancing über einen ELB.

Er hat den positiven Nebeneffekt, dass Datentraffic, der über den ELB geht, deutlich günstiger ist als Traffic, der direkt auf die Instanz geroutet wird.

Zusammen mit 500 GB Traffic berechnen wir für einen ELB 30 €/Monat.

Dateneingangsserver

Aus Sicherheitsgründen gewähren wir keinen Zugriff per SSH oder FTP auf unsere Serversysteme.

Für die Anlieferung von Daten, z. B. XML-Dateien zur Aktualisierung eines Onlinekatalogs aus dem Warenwirtschaftssystem, stellen wir einen speziellen Server bereit, von dem die Daten dann auf das Zielsystem weitergeleitet werden.

Pro Datenlieferant berechnen wir hierfür 20 €/Monat.

Datenauslieferungsserver/S3

Amazon S3 ist eine spezialisierte Plattform für die sichere Ablage und Bereitstellung von statischen Dateien.

Den Betrieb einer individuellen S3-Lösung inkl. 200 GB Datenablage und 200 GB Datentransfer von/zu S3 bieten wir für 30 €/Monat an.

Weitere Leistungen

Zusätzliche Leistungen bieten wir bei Bedarf individuell an.

Hierzu gehören z. B.

  • Nutzung eines zentralen PDF-Servers
  • Nutzung eines zentralen Solr-Suchservers
  • Betrieb eines PDF-Servers auf eigener Instanz
  • Betrieb eines Solr-Servers auf eigener Instanz

Wir hoffen, dass wir unser Ziel einer transparenten und fairen Preisgestaltung erreicht haben. Bei Fragen können Sie uns jederzeit via info@webfactory.de kontaktieren.

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Sebastian Kugler

Diplom-Kaufmann, Geschäftsführer

Der leidenschaftliche Organisator mit Schwäche für selbstorganisierende Systeme ist immer zur Stelle, wenn es irgendwo hakt. Wenn er nicht gerade mit Zahlen jongliert, mit Kunden an Projekten tüftelt oder unsere Entwicklungsprozesse verschlankt, übt sich das Multitalent privat in Agilität und schwimmt, radelt oder läuft durch die Bonner Stadtgeschichte. Weil ihm Bonn noch lange nicht genug ist, schwimmt, radelt  oder läuft er dann einfach weiter. Ganz nach dem Motto “Never touch a running system”.